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Programm Tox im Strafvollzug

Wer sind wir?

Das Programm Tox bietet ein umfassendes Behandlungskonzept für Suchtkranke im Strafvollzug, die im Centre Pénitentiaire de Luxembourg (CPL) in Schrassig oder im Centre Pénitentiaire de Givenich (CPG) untergebracht sind. Wir sind ein spezialisierter Dienst des Bereichs Suchtmedizin der Rehaklinik. Unser interdisziplinäres Team besteht aus verschiedenen Berufen: Psycholog, Psychotherapeut, Erzieher, Gesundheits- und Krankenpfleger und Sporttherapeut.

Das Programm Tox spielt eine wichtige Rolle für die gesellschaftliche Wiedereingliederung von Suchtkranken und die Gesundheitsprävention im Allgemeinen.

Bei der Umsetzung des Programms arbeiten wir eng mit den Strafvollzugsinstanzen zusammen. Dabei berücksichtigen wir die Rahmenbedingungen des Strafvollzugs und der Arbeitsorganisation vor Ort. Im Sinne einer guten therapeutischen Beziehung zwischen den Klienten und dem Team des Programms Tox greift dieses nicht in die Maßnahmen des Strafvollzugs und der Strafvollstreckung ein.

Dem Programm Tox liegt der folgende therapeutische Ansatz zugrunde:

  • Im Mittelpunkt unserer therapeutischen Maßnahmen steht der Mensch.
  • Wir arbeiten mit Klienten zusammen, die ihr Suchtproblem in den Griff bekommen und ihre schädlichen Verhaltensweisen ändern möchten.
  • Neben der begangenen Straftat, in deren Folge die Klienten inhaftiert wurden, müssen wir ihre jeweiligen Persönlichkeitsmerkmale, Wertesysteme und Eigenschaften berücksichtigen.
  • Das Programm Tox ist ein ganzheitliches Programm, das auf die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Ressourcen der einzelnen Teilnehmer abgestimmt ist und so unter anderem deren Selbstständigkeit fördert.

Unsere Angebote

Einzeltherapeutische Behandlung

Mit der einzeltherapeutischen Behandlung werden folgende Ziele verfolgt:

  • gemeinsame Erarbeitung eines Therapieprojekts,
  • Ermittlung von spezifischen psychologischen Problemen und problematischen Verhaltensweisen sowie intensive Arbeit an deren Behebung,
  • Rückfallanalyse und -prophylaxe,
  • Stärkung der persönlichen Ressourcen,
  • Motivation sowie psychische und körperliche Stabilisierung,
  • Gewährleistung einer kontinuierlichen Nachsorge nach dem Strafvollzug (ambulante und/oder stationäre Therapie).

Gruppentherapeutische Behandlung

Mit der gruppentherapeutischen Behandlung werden folgende Ziele verfolgt:

  • Ermittlung und Förderung persönlicher und zwischenmenschlicher Ressourcen,
  • Erkennung von Problemverhalten und Förderung der Fähigkeit zur proaktiven Verhaltensänderung,
  • Vorbeugung, Reflexion über den Konsum psychoaktiver Substanzen,
  • Erweiterung der Wahrnehmungsbereiche,
  • Ausweitung der persönlichen Interessen,
  • Motivation, Stabilisierung und Exposition gegenüber Risikosituationen in einem geschützten Rahmen,
  • Förderung der psychosozialen Rehabilitation,
  • Gewährleistung einer kontinuierlichen Nachsorge nach dem Strafvollzug (ambulante und/oder stationäre Therapie).

Körperliche und geistige Gesundheitsprävention

Hierbei geht es um Prävention im weiteren Sinne, einschließlich Risikominderung, Vorbeugung sexuell übertragbarer Infektionen und Stärkung der Gesundheitskompetenz.

Ergänzend wird im CPL ein Schwerpunkt auf die Vorbeugung sexuell übertragbarer Infektionen (HIV und Hepatitis) gelegt. Alle Insassen werden aufgefordert, diese Themen in der Gruppe und/oder individuell zu bearbeiten. Im CPG liegt der Schwerpunkt auf der Gesundheitsprävention im weiteren Sinne: Dazu gibt es punktuelle Aktivitäten, Gruppen und spezifische Präventionskampagnen.

Ferner stellen wir verschiedene Unterlagen und Mittel zur Sensibilisierung, Information und Prävention zur Verfügung (Broschüren, Präservative, Gleitmittel usw.) und leisten Beratung über den richtigen Gebrauch, um eine risikobehaftete Verwendung zu vermeiden.

FAQ

Das Programm Tox beruht auf einer Vereinbarung zwischen dem Justizministerium und dem Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique (CHNP). Die Behandlung ist daher kostenlos.

Das Programm Tox (PT) betreut Suchtkranke, die einen entsprechenden schriftlichen Antrag gestellt haben. Die Behandlung der Klienten erfolgt auf freiwilliger Basis, allerdings können Gefängnisinsassen von der zuständigen Behörde (Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft oder Strafvollzugskommission) zur Teilnahme am Programm aufgefordert werden. Auch Abteilungen wie der Dienst für die psychiatrische Versorgung im Strafvollzug (Service de médecine psychiatrique pénitentiaire − SMPP), der Dienst für Bewährungshilfe (Service central d’assistance sociale – SCAS) oder der psycho-sozio-edukative Dienst (Service psycho-socio-éducatif − SPSE) schlagen Klienten vor, an dem Programm Tox teilzunehmen. Anschließend wird eine Bedarfsanalyse durchgeführt, um die geeignete Art der Betreuung sowie die Häufigkeit und Dauer der Sitzungen zu bestimmen.

Die Betreuung erfolgt während der Haft. Die Dauer hängt von den jeweiligen spezifischen Bedürfnissen der betroffenen Personen ab.

In Abstimmung mit dem SPSE und dem Zentralen Sozialamt können bei Bedarf auch Angehörige in das Programm Tox einbezogen werden.

Nein, die Ausgabe wird vom Dienst für die psychiatrische Versorgung im Strafvollzug SMPP (Service de médecine psychiatrique pénitentiaire) vorgenommen.

Kontakt

  • Programm Tox in Schrassig

  • Centre Pénitentiaire de Luxembourg

    Um Kuelebierg

    L-5299 Schrassig

  • (+352) 35 96 21-378/-379

  • Programm Tox in Givenich

  • Centre Pénitentiaire de Givenich

    Maison 26

    L-6666 Givenich

  • (+352) 74 04 601

Broschüre: „Ma santé en toute liberté“

Klicken Sie auf die Links, um die verschiedenen Kapitel im PDF-Format herunterzuladen (nur auf Französisch verfügbar):

Dépendances

Réduction des risques

Hygiène de vie & santé mentale